Deduktion der Zeit

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Die Suche nach dem Geltungsgrund, also der Ursache einer Wirkung kann nicht ins Endlose gehen, da die Erkenntnis einer Ursache immer zuerst die Erkenntnis des eigenen Wissens ist. Sie muss bei einer Ursache enden, die als letzte, höchste vorausgesetzt wird. Als höchste Ursache muss sie vorausgesetzt sein, da sie nicht von einer Autorität gesetzt sein kann, deren Kompetenz auf einer noch voraussetzbareren Ursache beruhen müsste.

Eine solche als höchste vorausgesetzte Ursache wird im Folgenden als Zeit bezeichnet.

Zeit ist als einziges Phänomen in Ursache und Wirkung ohne in ihr nachweisbare Ereignisse weder direkt nachzuweisen noch berechenbar. Zeit ist sowohl objektiv real als auch relative Übereinkunft. Die mit ihr verbundenen Phänomene Raum und Form sind nur durch und innerhalb der Zeit berechenbar. Daher beruhen alle Berechnungen für Raum und Form auf dem Vorhandensein von Zeit als deren Ursache, weshalb der Nachweis von Raum und Form ein indirekter Nachweis der Zeit selbst ist.

Wenn Zeit also das einzig Unberechenbare ist, während Raum und Form berechenbar sind, müssen demnach Raum und Form als Wirkung auf der Ursache Zeit beruhen. Somit ist Zeit der Geltungsgrund von Raum und Form. Damit ist Zeit Alles. Das Berechenbare als Wirkung der Unberechenbarkeit als Ursache.

Dem kommt die Definition des Ain Soph (es hat kein Ende) im bisher bekannten erkenntnistheoretischen Bericht der Erfahrung am Nahesten.

Der Buddhismus, als eine jede wie auch immer geartete Schöpfungsinstanz falsifizierende Erkenntnistheorie und -praxis, äußert sich zu diesem Phänomen nur insoweit, als dass er im relativen Sinne die Zeit als das alles beherrschende »Element« anerkennt und deren Verständnis höchste Priorität beimisst, und im absoluten Sinne jegliche Arten von Spekulationen über ein »Höchstes« ablehnt, weil als erkannt gilt, dass Spekulationen über etwas, was die Erkenntnisfähigkeit übersteigen muss, will es keine Projektion sein, einfach sinnlos in dem Sinne ist, dass die Spekulation kein wissenschaftlicher Nachweis ist, sondern eine Idee, wie »die Dinge« sein könnten.

Ob eine solche Schöpferinstanz als GOTT oder URKNALL erfahren wird, ist für ihren immanenten Mangel an der Qualität einer Erstursache unerheblich, da sie als Instanz immer selbst einer Ursache bedarf, um als Wirkung im Vergleich mit ihrer Ursache erkannt werden zu können.

Nur die Annahme einer alles umfassenden und somit letztendlich objektiv unberechenbaren, weil unendlichen Energie weist einen Weg zu allen erkannten und allen (noch) nicht verstandenen Phänomenen.

Zeit ist mithin keine Ursache oder Schöpfungsinstanz oder erste oder einzige »Dimension« allen Seins, sondern einfach alles Sein selbst – in seiner Ganzheit als Zeit-Raum-Form. Ein Ursache verursachendes und deshalb Wirkung bewirkendes Alles. Über Ursache und Wirkung hinausgehend, weil Ursache und Wirkung beinhaltendes Sein.

T=∞-x

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