Ingmar Vetter

In Abhängigkeit vom jeweiligen Kunstprojekt auch unbekannt als:
OTTO FREII, Maria v. Boisse, OSTBROD oder Laevus Dexter.

Ingmar Vetter (OTTO FREII)

Multiple Kunst & Kommunikation

Kunstberatung, Kunstfotografie & -film, Trauerfotografie & -film, Grafik, Audio, Text, Theater, Malerei, Skulptur, Projektentwicklung, Meditation & Demenzhilfe.

Kontakt

Ingmar Vetter
Lindenstraße 15, D 87600 Kaufbeuren
++49/(0)8341/972 92 50
hallo@ingmarvetter.de
USt-ID: DE326358504
Als Berufsfotograf Mitglied in der Handwerkskammer für Schwaben

Telegram: https://t.me/ingmarvetter

Preise

Alle Preise für Aufträge werden nach Aufwand und Zusatzleistungen kalkuliert. In besonderen Fällen behalte ich mir vor, Leistungen pro bono abzurechnen.

KunstKunst

Gern stelle ich – nach Absprache und mit gegenseitigem Einverständnis – meine Leistungen zu Sonderpreisen für die Dokumentation der Werke brotloser Künstler zur Verfügung, die sich die regulären Preise für derartige Dokumentationen nicht leisten können.

Übersicht

Kunstberatung

Kunstberatung für alle Bereiche des Lebens, die es bitter nötig haben, insbesondere für öffentliche Einrichtungen sowie für Heil- & Pflege- und Bestattungsberufe.

Es ist wirklich interessant, immer wieder zu sehen, dass ohne Kunst & Kultur kein wirkliches Leben stattfindet. Nichtsdestotrotz hält sich hartnäckig nach Gerücht, gerade Kunst & Kultur wären keine Prioritäten bzw. man könne durchaus auf diese verzichten. Kunst & Kultur verbindet man gern und irrtümlicherweise mit einem gepflegten Abend im Theater, Konzert oder einer Ausstellung. Aber suchen Sie mal in einer öffentlichen Einrichtung oder einer Firma nach Kunst & Kultur. Bis auf ein paar Billigdrucke von Originalen berühmter Gemälde oder das eine oder andere Original zeitgenössischer Künstler, mit denen man sein Büro schmückt, ist da im Allgemeinen von Kunst & Kultur nicht viel zu sehen und zu hören schon gar nicht.
Fortsetzung folgt …

Kunstfotografie

OTTO FREII

OTTO FREII

Mit dem Link finden Sie einige ausgesuchte Fotografien, damit Sie sich ein Bild (hahahaha!) von meiner Art & Weise, die Welt zu fotografieren, machen können: Impressions Of Temporary Art. Zur hier gemeinten Kunstfotografie gehören auch Fotografien, die im Nachhinein mit verschiedenen Materialen coloriert werden und auf diese Weise nicht reproduzierbar sind. Als kleines Beispiel soll hier eine Kunstfotoserie über Landau in der Pfalz dienen: https://ingmarvetter.de/landau.html.

INFLUISMUS

OTTO FREII

INFLUISMUS (lat.: influere; hineinfließen) ist eine von mir konzipierte und so benannte bildnerische Darstellungsweise, die sich durch organische und fließende Formen auszeichnet. Als ihre gestalterischen Grundlagen gelten für mich hauptsächlich die Werke von Antoni Gaudí, Friedensreich Hundertwasser, Luigi Colani sowie die des alten Schelms der Kunst Salvador Dalí.

Die Essenz des INFLUISMUS ist das fließende Entstehen scheinbar eigenständiger Formen innerhalb einer scheinbar übergeordneten Form als Sinnbild der Holistik1 und Emergenz2 aller Formen.

  1. Holismus ist ein Konzept, dass Systeme und deren Eigenschaften als Ganzes und nicht nur als Zusammensetzung ihrer einzelnen Elemente zu betrachten sind.
  2. Emergenz ist die Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen von System infolge des Zusammenspiels ihrer einzelnen Elemente.

Beispiele (Mischtechnik auf Leinwand)

1x1m

Koffergalerie

Die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kleinste Kunstgalerie im ganzen Multiversum!

Proudly present Biene Maier
Zur Ansicht

Zweck: Der Urheber der ausgestellten Kunstwerke räumt anderen Personen das unkörperliche Nutzungsrecht ein, die in der Koffergalerie ausgestellten Kunstwerke, je nach ihrer Art, entweder in der Koffergalerie zeitlich begrenzt auf eine Minute – gern auch ein bisschen mehr – für eine Nutzungsgebühr von 0,00EUR (in Worten: kostenlos) oder, sofern es sich um ein körperliches Werk handelt, an einem Ort seiner Wahl außerhalb der Koffergalerie zeitlich unbegrenzt für eine überschaubar Nutzungsgebühr von 20,00EUR sinnlich zu genießen. Ein Recht auf Kunstgenuß besteht in keinem Fall.

Also: Mal kurz anschauen ist so frei wie die Kunst (… haha … der ist gut) und kostet ebensowenig wie der Lebensunterhalt von Künstlern im Allgemeinen, weshalb auch immer von brotloser Kunst die Rede ist. Lange schauen, also wirklich lange, z.B. den Rest des kostbaren und hoffentlich ewig währenden Lebens der hochverehrten Kunstliebhaber, kostet eine kleine Schaugebühr (Guckgeld), welche erhoben wird, da der Künstler & Galeriebesitzer nicht bei allen Kunstliebhabern gleichzeitig einziehen und wohnen kann, damit sich diese an Kunst laben können.

Erst wenn das letzte Werk unbemerkt, die letzte Bühne geschlossen, der letzte Künstler insolvent ist, werdet ihr merken, dass Kunst keine Ware war.

Aha! Das ist ja alles sehr erstaunlich bis sogar ein bisschen witzig … wenn man es versteht. Und warum so umständlich? Kann man nicht einfach sagen, hier werden Bilder verkauft?

Das kann man sagen, jedoch trifft es juristisch nicht zu, denn keines der in der Koffergalerie ausgestellten Werke ist als körperliche Sache käuflich zu erwerben. Kunstliebhabern wird lediglich das unkörperliche Nutzungsrecht der sinnlichen Wahrnehmung der Kunstwerke an unterschiedlichen Orten und während unterschiedlicher Zeiträume eingeräumt. Das ist ein bisschen wie Netflix: Man zahlt fürs Hinschauen und erwirbt nicht den Film.
Weiterhin wird auf diese Weise den Kunstliebhabern ein geldwerter Vorteil geschenkt: Keiner muss ständig schauen, wo sich die Koffergalerie gerade befindet, keiner muss Fahrtkosten investieren. Man erhält praktisch einen Teil der Koffergalerie selbst, welchen man zu jeder Zeit an jedem Ort der Wahl sinnlich erfassen kann. Zur Ansicht eben …. Interessierten Kunstliebhabern wird hier quasi eine Fahrkarte zur Besinnlichkeit überreicht.

Aha! Muss ich das verstehen?

Nein.

Und wer zum Henker ist eigentlich Biene Maier?

… dazu kommen wir später.

So, nun lass mal das ganze künstlerische Geschwurbel und erzähle bitte so, dass es auch ein normaler Mensch versteht, warum Du nicht einfach – vielleicht sogar schöne und künstlerisch wertvolle – Bilder verkaufst.

Hm, na gut. Dazu muss ich eine kleine Geschichte über den Umgang der Exekutive mit Kunst im öffentlichen Raum erzählen und vor allem darüber, warum dieser der eigentliche Verdienst der Erfindung der Koffergalerie zusteht; im Speziellen der Stadtverwaltung Erfurt. Aber ich warne Dich: dazu müssen wir ein wenig in die formaljuristische Materie des Straßenrechts eintauchen.

… meine Güte, auch das noch …

Kunst am Boden

Wie wir alle wissen, verfügen gerade Künstler in Deutschland über so derart viel Kohle, dass sie vorzüglich in 1A-Lagen genügend große Räume beheizen können, in denen sie sich künstlerisch austoben, um den verfassungsrechtlich durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG – als gemäß Art. 1 Abs. 3 GG alle staatliche Gewalt als unmittelbar geltendes Recht bindenden und auf vorbehaltlos garantierten Grundrechtschutz der Kunstfreiheit in Werk- und Wirkbereich ungehindert, also frei ausüben zu können. Wer kennt sie nicht, die Schönen und Reichen hinter ihren Staffeleien und an der Geige? Gerade erst gestern spendete ich wieder einmal einmal verwendete Goldpinsel zur Gala eines bayerisch-königlichen Übergangsheims für reiche Obdachlose.

… riechst Du schon den holden Duft von bitterem Sarkasmus?

Diese Vorzugsstellung der Kunst wurde verfassungsrechtlich eingerichtet als Lehre aus dem Umgang der Nationalsozialisten mit als »entartet« bezeichneter Kunst bzw. mit deren Künstlern. Was also nicht im Sinne der staatlichen Organe war, war keine echte Kunst und durfte somit einfach weg … und die Künstler oftmals gleich mit, sofern sie sich keine Fahrkarte nach Übersee leisten konnten.

Apropos Übersee: Wer kennt nicht die stinkenden Moloche wie New York, in denen Künstler einfach so auf den Straßen herumstehen und den fließenden Verkehr behindern, weil sie irgendetwas feilzubieten haben, mit dessen Erlös sie am Abend in den berühmten Künstlerkneipen herumsitzen und faulenzen können?

Im Künstlerparadies Deutschland funktioniert derartige Dekadenz der Bohème – den staatlichen Gewalten sei Dank und bis auf die Ausnahme Saufen – überhaupt nicht, da sei das Straßenrecht vor, welches hier einen – hilfsweise auch von der Pozilei mittels unmitelbarem Zwang aufrecht erhaltenen – Ordnungsrahmen setzt, der zukunftsweisend ist, da er sicherstellt, dass selbst dort, wo keine Fahrzeuge fahren dürfen, der fließende Verkehr nicht behindert werden darf … und schon gar nicht durch Kunst. Die muss dann weg. Man stelle sich nur vor, wie Menschen, also vorrangige Untertanen des Gesetzes und der Behördenmitarbeiter, den fließenden Verkehr behindern könnten, indem sie länger als die in der Regel erlaubten zwanzig Minuten an Orten, die von der Straßenbaubehörde zudem noch als erlaubt deklariert werden müssen, Kunst ausüben und sogar als Publikum genießen können. Nur um nach dieser knappen Zeit weiterzuziehen an einen anderen Ort, der so weit entfernt sein muss, dass man den Künstler vom vorherigen Ort aus weder sehen noch hören kann.

In so ziemlich allen Orten in Deutschland darfst Du wirtschaftsfördernd volltrunken durch die Fußgängerzonen flanieren und den Gehsteig vollkotzen, gern auch länger als zwanzig Minuten, aber einfach mal Kunst im öffentlichen Raum ausüben und dabei Millionen scheffeln? Never ever. Da zeigen Dir die Behörden schon mal gern und nachdrücklich, wie frei Kunst sein kann. Also klar: Du darfst malen, singen, theatern oder künsteln, was immer Du willst (ok, nicht wirklich), aber Deine Kunst dort, wo das Publikum ist, auch zeigen und … wie krass … auch noch verkaufen? Da kennst Du aber die speziellen Kunstbeauftragten der Städte, und hier speziell in Erfurt, nicht.

Die Erfindung der Koffergalerie

Und so verlief die Erfindung der Koffergalerie: In meinem, sich vom jugendlichem Leichtsinn zu Anfängen des Altersstarrsinns verklärten Kunstfreiheitsverständnis dachte ich so bei mir, hey, dachte ich mir, Du willst in Bälde öfter nach Erfurt kommen, um Deiner Mutter in ihren letzten und hoffentlich noch hunderten währenden Lebensjahren beizustehen, Mensch, da kannst Du auch gleich etwas zum Lebensunterhalt beitragen und Kunst machen … und klar: auch verkaufen.

Und jetzt kommt der Koffer ins Spiel: Da ich meine Millionen gut auf den Bahmamas geparkt habe und mich hier als armer Künstler verkaufe, kann ich ja nicht einfach ein Haus am Wenigemarkt in Erfurt kaufen, indem ich tun und lassen kann, was andere wollen, sondern musste überlegen: Mensch, wie machst Du das am Besten?

Wohl Restbestände von kindlichem Gemüte ließen mich glauben: och, in Erfurt kommen eine Menge Touristen, Du machst interessante Fotos und aus diesen ebenfalls interessante Bilder, da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich da nicht das eine oder andere Bild verkaufen lassen würde.

Dem Teufel war das Ganze und speziell meine Idee ziemlich egal; vielleicht weil er in Erfurt in dem Reformator, Bauernfeind und Judenhasser Martin Luther, einer dort noch heute berühmten und verehrten Lokalgröße, einen würdigen Gegner fand und sich dachte: Um Gottes Willen, in Erfurt stoße selbst ich an die Grenzen meiner weltlichen Macht.

Dem Exorzismus wohl im Geheimen zugeneigt, wurde meine einfache und simple Anfrage an die Verwaltung, unter welchen Bedingungen ich meine Kunst per Sondernutzungserlaubnis auf dem Koffer verkaufen kann, nicht wie ich dachte, mit der einen oder anderen ziemlich merkwürdigen und im Übrigen teuren Bedingung garniert … Nein, mir wurde gesagt: Nein. So wie NEIN oder NÖ oder … DAS KOMMT ÜBERHAUPT NICHT IN DIE TÜTE!

Da stand ich nun in meinem kurzen Hemd alleine da, wies in gefühlt fünfhundert teilzuständigen Amtsstübchen auf die Kunstfreiheit hin und jedes Mal wurde mir erklärt, dass die Stadtsatzung hier das Grundgesetz sei, während man sich meine Hinweise auf Normenhierachien von Gesetzen durch die Köpfe am Ende der Telefonleitung gehen ließ. … ich könne ja dem Oberbürgermeister Andreas Bausewein einen Brief schreiben.

Ich bin Asperger-Buddhist und Stress, und gerade Stress von Behörden, löst bei mir in der Regel kreative Explosionen im Kopf aus, weshalb ich wohl glücklicherweise weder Selbstmörder noch Terrorist geworden bin, sondern ein für die Allgemeinheit eher harmloser Künstler; was den einen oder auch anderen Behördenmitarbeiter jedoch nicht daran hindert, sich ab und zu einzubilden, ich sei extra wegen ihm auf der Welt, um ausgerechnet ihm das Leben schwer zu machen.

Nun leben wir in Deutschland ja im besten Rechtsstaat, den man sich für viel Geld kaufen kann, weshalb auch Behördenmitarbeiter ohne jede Scham hin und wieder machen, was sie wollen, und Hinweise auf Gesetze oder gar das Grundgesetz oder … man mag es nicht glauben … Grundrechte mit dem geschickten und in jeder deutschen Verwaltung beliebten und dort regelmäßig Lachkrämpfe auslösenden Hinweis parieren: SIE KÖNNEN JA KLAGEN!

… und so dachte ich mir: wenn ich schon klagen muss, dann aber doch bittesehr wegen etwas Sinnvollem und vor allem mit Wirkung für viele, wenn nicht gar alle Künstler, die täglich an Hoheitspforten der Verwaltung um Einlass und rechtliches Gehör betteln, wie der Sünder an der Pforte des Paradieses.

Womit wir wieder beim Grundgesetz und der vorbehaltlos garantierten und als Grundrecht alle staatliche Gewalt als unmittelbar geltendes Recht bindenden FREIHEIT DER KUNST angelangt wären …

Ich bin, nennen wir das Kind beim richtigen Namen, ein absoluter Freund der Demokratie, des Rechtsstaates und vor allem des Grundgesetzes mit seinem Grundrechtsteil, der wie Damokles über den Köpfen der staatlichen Gewalten schwebt … theoretisch. In einer echten Diktatur geboren und sozialisiert, studiere ich seit über zwanzig Jahren die Verfassungsgrundlagen des übrig gebliebenen deutschen Staates. Das bedeutet in keinem mir bekannten Fall, dass das irgendeinen Eindruck auf Mitarbeiter staatlicher Organe macht, außer vielleicht einem pawlowschen Beißreflex mit ziemlich spitzen Zähnen. Kernaufgabe des Staates ist die kodifizierte Übernahme der Rechtsdurchsetzung des Einzelnen (Von der Selbstjustiz zur Staatsjustiz). Erfüllt die Mehrzahl der staatlichen Beauftragten diese Aufgabe nicht, sondern dem Grunde nach staatsfremde Zwecke, macht sich der Staat überflüssig … oder setzt sich überflüssigem Widerstand aus, der bei einwandfreier Anwendung der – in Matthäus 23,1-12 … Jesus zugeschriebenen Formel: »Das Gesetz ist für den Menschen da, und nicht der Mensch für das Gesetz.« überhaupt erst gar nicht entstehen würde.

Der Legende nach hat Till Eulenspiegel ausgerechnet in Erfurt einem Esel das Lesen beigebracht und soll auf diese Weise die Professoren der dortigen Universität düpiert und ihnen die Grenzen ihres Wissens aufgezeigt haben. Dass dort zu dieser Zeit noch keine Universität existierte, soll hier keine Rolle spielen, sondern eher die Rolle des in Erfurt hoch verehrten Till Eulenspiegel.

Till Eulenspiegel könnte man auch als Bruder des Zen im Geiste bezeichnen und es ist weiterhin bezeichnend, dass ausgerechnet Erfurt große Stücke auf Till Eulenspiegel hält … in dem unumstößlichen Wissen, dass dieser zu keiner heutigen Zeit irgendwo auftaucht und die Verwaltung dem argen Gelächter des Volkes ausetzen kann und wird, was nicht zuletzt auch daran liegen mag, dass das Volk seine hintergründigen Scherze wohl eher nicht verstehen und ihn gemeinsam mit der Pozilei aus den Mauern der Stadt jagen würde …. Der Deutschen liebste Künstler sind die, die sich gegen ihre Vereinnahmung mangels Körperlichkeit nicht mehr wehren können.

Und ja, man könnte, vorausgesetzt, man hat die bisherige Erzählung gelesen und verstanden, durchaus mit Fug und Recht sagen: Meine Güte! Mach es nicht so kompliziert und verkaufe Deinen Scheiß woanders.

Dem muss ich entgegensetzen, dass dies wohl meine weiterhin aktiven Spurenelemente der Renitenz nicht zulassen werden. Also machte ich mir Gedanken, wie ich der Stadtverwaltung von Erfurt begreiflich machen kann, dass sie nicht einfach ohne jede Rechtsgrundlage und Rechtsfolge sagen kann: Du darfst hier keine Bilder im öffentlichen Raum verkaufen. Du nicht!

Und so entschloss ich mich, dem faktischen Verbot der Veräußerung meiner Werke im öffentlichen Raum konsequent zu folgen, indem ich tatsächlich keine Bilder verkaufe, sondern ausschließlich das unkörperliche Nutzungsrecht zur Betrachtung dieser Bilder entweder kostenfrei oder gegen eine Nutzungsgebühr gewäre. Die Bilder selbst sind unverkäuflich und mir steht es vollkommen frei, jedes Bild als körperliches Werk zu zerstören oder es auch zu verschenken. Dieser Wandel vom Verkauf eines körperlichen Werkes hin zur Abtretung von unkörperlichen Nutzungsrechten an einem solchen Bild, während das Bild selbst in meinem Eigentum verbleibt, mag dem desinteressierten Laien profan und unsinnig erscheinen, muss jedoch unterschiedliche juristische Konsequenzen haben, da es sich um juristisch unterschiedliche Vorgänge handelt.

Ein solches Bild ist wie alle bildende Kunst im juristischen Sinne ein körperliches Werk. Im Gegensatz dazu gibt es unkörperliche Werke wie Ideen oder Tänze oder auch Musik. Abgesehen von Kunst gibt es eine Vielzahl unkörperlicher Sachen, wie zum Beispiel ein Recht. Betrachten wir uns dazu kurz das Wesen eines Grundrechts wie der Kunstfreiheit: Man kann ein (Grund-)Recht weder anfassen noch einstecken oder an ihm herumfrickeln, um es zu verändern. Um es zu verändern, ist ein komplexer Vorgang der – ebenfalls unkörperlichen – Gesetzgebung nötig. Im Grunde ist ein unkörperliches Werk eine Idee, eine Geschichte … so wie die hier zu lesende Geschichte.

Um es einfach und kurz zu machen: Unsere ganze Gesellschaft ist eine unkörperliche Geschichte; eine Vereinbarung zwischen Menschen. Unser Grundgesetz als unsere Verfassung sowie die darin garantierten Grundrechte und anderen Vorschriften sind unkörperliche Geschichten. Geld zum Beispiel ist in dieser Gesellschaft die wohl wichtigste und wirkmächtigste Geschichte überhaupt. Als solche ist diese Geschichte, also das Geld und nicht meine, in der Lage, andere Geschichten wie den Rechtsstaat, unsere Verfassung und unsere Grundrechte und sogar unsere Gesellschaft an sich zu verändern – oder auch zu zerstören und so ins Reich der Legenden zu verweisen.

Die Fiktion als juristische Realität

Genau genommen leben wir in einer Geschichte, in einem Märchen oder vielleicht auch einem Alptraum, aus dem wir nicht erwachen können. Wir leben in der Tat in einer Fiktion. Dass es sich dabei um eine Fiktion handelt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Fiktion nicht real ist und keine realen Folgen bewirken kann.

Nehmen wir einen Zehn-Euro-Schein: Dieser Schein ist körperlich, aber an sich ein Stück Papier mit ein wenig anderem Zeug darin, um es einigermaßen haltbar zu machen, während er den Besitzer wechselt, und einem wesentlich geringeren Materialwert als sein unkörperlicher Wert, womit wir beim eigentlichen Wert des Zehn-Euro-Scheines wären. Unmittelbar würde man jetzt meinen, der unkörperliche Wert des Zehn-Euro-Schein betrüge eben 10,00EUR. Weit gefehlt! Herr Müller kauft mit diesem Zehn-Euro-Schein demnächst wahrscheinlich nur ein halbes Brot. Der Bäcker kauft davon Mehl. Der Müller kauft davon Getreide. Der Bauer kauft davon Saatgut. Monsanto kauft davon gar nichts, sondern schüttet den Zehn-Euro-Schein als Dividende an seine Aktionäre aus, die sich davon einen neuen Rallyestreifen an ihre Jacht basteln lassen … und so weiter und so fort. Wir sehen, der unkörperliche Wert nur dieses einen Zehn-Euro-Scheines kann ins Unendliche gehen. Womit wir nebenbei das Geheimnis des Geldes als Idee gestreift hätten und dazu abschließend nur noch einige im Allgemeinen eher als unwichtig erachtete Fragen zu beantworten wären … sofern man tatsächlich vorhat, sich in echte und reale, will heißen: nicht fiktionale Schwierigkeiten zu bringen:

Wer stellt eigentlich das ganze Geld her, hinter dem alle her sind, wie der Teufel hinter der Seele des Heiligen, und kann sich dieser Jemand eigentlich bei sich selbst verschulden?

Aber das ist nun wirklich eine ganz andere Geschichte, denn hier geht es doch nicht ums Geld.

Zur hier erzählten Geschichte gehören andere Fragen, wie zum Beispiel: Liegt tatsächlich eine Sondernutzung in Sinne des Straßenrechts vor, wenn ich Nutzungsrechte gewähre an einem Bild, dass ich in einem wirklich kleinen Koffer bei mir trage, während ich die Straße benutze? Oder: Wenn eine Sondernutzung vorliegt, kann mir die entsprechende Sondernutzungserlaubnis verweigert werden, was dazu führt, dass ich meine Kunst weder am von mir erwählten öffentlichen Ort aufführen noch Nutzungsrechte daran gewähren kann?

Oder, um die beiden o.a. Fragen auf einen anderen, aber ebenfalls unkörperlichen Vorgang zu beziehen: Kann es im Sinne des Straßenrechts sein, dass einer Person faktisch verboten wird, auf offener Straße einer anderen interessierten Person den Inhalt eines Koffers zu zeigen, in dem sich – ohne jeden Verstoß gegen ein Gesetz – körperliche Sachen befinden, an deren Nutzung diese andere Person interessiert sein könnte?

Der eigentliche Zweck der Straßengesetz liegt in der Aufrechterhaltung des fließenden Verkehrs. Die Beantwortung dieser Frage berührt also eine hier als wahrscheinlich angenommene Umgehung des eigentlichen Zwecks des Straßenrechts durch die Verwaltung, indem sie entweder überhaupt verbieten würde, anderen körperliche Sachen in kleinen und unmittelbar bei sich tragbaren Behältnissen zu zeigen, um interessierten Menschen die Möglichkeit zur Übertragung eines unkörperlichen Nutzungsrechts zu gewähren, oder dies günstigstenfalls als zu bezahlende Sondernutzung deklariert.

Um zum obigen Beispiel von Netflix zurückzukehren: Wäre es analog dazu rechtskonform zu verbieten, einer anderen Person auf einer dem Straßenrecht unterfallenden öffentlichen Straße einen selbst produzierten Film auf einem Smartphone zu zeigen, damit diese Person ein Nutzungsrecht an der Betrachtung des Film erhalten kann, ob kostenlos oder gegen eine Betrachtungsgebühr?

Bitte nehmt mein Geld!

Um es nochmals zu verdeutlichen: Ich habe kein Problem damit, wenn die Stadt Erfurt einen erklecklichen Anteil an den dadurch erhaltenen Fantastilliarden erhalten möchte, da offenbar die allgemeinen Steuern nicht ausreichen, um den minimalen Standort auf einer öffentlichen Straße, der für einen solchen gemeinsamen Vorgang zwischen zwei Personen stattfindet, sauber und instand zu halten. Und sollte das eine Sondernutzung sein: In Gottes Namen werde ich mich dem staatlichen Gewaltmonopol ohne jede Abwehr beugen und in Zukunft sagen: Kunst ist überhaupt nicht frei. Sei es drum. Aber einen analogen Vorgang der Übertragung unkörperlicher Rechte zwischen zwei Personen in der Öffentlichkeit an sich zu untersagen, hieße eine Menge juristischer Rechtsfolgen, deren Ausmaß nicht wirklich abgeschätzt werden kann. In diesem Falle wäre das Straßenrecht ein erweitertes Polizeirecht, unter dessen Diktat jede Kommunikation auf öffentlichen Straßen verboten werden kann, bei denen auch nur die Möglichkeit besteht, dass Geldscheine den Besitzer wechseln. Damit wären öffentliche Straßen keine öffentlichen Straßen für die Öffentlichkeit mehr, sondern kostenpflichtige Privatwege der Verwaltung für Privilegierte, die … interessanterweise … das Geld für deren Nutzung zahlen, was sie für andere Sachen, ob körperlich oder unkörperlich ohne Erlaubnis des Staates ausgeben dürfen.

Und bei der ganzen Geschichte haben wir nicht einmal ansatzweise das Grundrecht auf Eigentum berücksichtigt, was immerhin, wenn auch nur bei Typen mit einer Menge zweifelhafter Kohle, so hoch im Kurs steht, weil arme Menschen einfach kein Eigentum haben, sondern allenfalls ein wenig Geld, welches ihnen nicht gehört …

Wir sehen, Till Eulenspiegel lauert hinter jeder Ecke im beschaulichen Erfurt. Aber wer kennt schon die verborgenen Wege der Verwaltung? Vielleicht hat man ja ein Einsehen und lässt die Koffergalerie als die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kleinste Kunstgalerie im ganzen Multiversum und somit als neue Touristenattraktion in Erfurt zu und erteilt einfach eine Sondernutzungserlaubnis? Fragen über Fragen …

Und wer in drei Teufels Namen ist nun eigentlich Biene Maier?

… dazu kommen wir später.

Vorläufiges Ende der Geschichte … bis sie weitergeht …

Haikutheater

Geboren von Vollkommenheit
erfahren wir Nichts.
Jetzt.

HAIKU.THEATER?

Das japanische Kanji HAI (俳) steht für Unterhaltung, das KU (句) für Redensart und Redewendung. Beide Kanjis ergeben das berühmte HAIKU (俳句). Das HAIKU gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt. Das NŌ (能), die Fähigkeit, ist Japans uralte Form des Theaters und zeichnet sich aus durch eine dem Haiku ähnliche Schlichtheit in Inhalt und Ausstattung. Das geheimnisvolle KŌAN (公案) ist hintergründiger Sinn in kurzen und paradox erscheinenden Aussagen. MU (無) ist der zentrale Begriff im ZEN für das Nichts oder die formlose Leere der Dinge und eine berühmte Antwort in Kōans. Es verweist den Fragenden auf die ursprüngliche Natur des eigenen Geistes, dem die Frage entsprungen ist. ZANSHIN (残心), der verbleibende Geist, beschreibt einen Zustand von Wachsamkeit und Präsenz über das vermeintliche Ende einer Handlung hinaus.

Inspiriert von diesen essenziellen Traditionen experimentiert das HAIKU.THEATER mit hintergründigen und kurzen SENTEN.ZEN, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, seine herkömmliche Sicht auf die Welt unmittelbar zu erkennen und zu verändern. Dies ist in der Tat eine gemeinsame Herausforderung für Künstler und Publikum, da es mit herkömmlichen Vorstellungen von Theater vollkommen bricht. Der hier gebildete Kunstbegriff SENTEN.ZEN weist einerseits auf Sentenzen als essenzielle Sinnsprüche hin und stellt zugleich eine Verbindung zu den Lehrinhalten des ZEN her. Er wird in diesem Zusammenhang als Singular und Plural verwendet.

Begleitet werden alle SENTEN.ZEN von je einer kurzen Meditation davor und danach, welche die Zustände des MU und des ZANSHIN mit dem SENTEN.ZEN verbindet. Diese Meditationen beinhalten eine essenzielle Praxis aus dem tibetischen Buddhismus, das TONGLEN als Meditation des Gebens und Nehmens, welche auf zwei Arten praktiziert wird: Die erste besteht aus der Aufnahme von Glück in Form von Licht und der Abgabe von (eigenem) Leid in Form von schwarzem Rauch. Die zweite nimmt das Leid anderer auf und gibt ihnen das eigene Glück. Diese Meditationen zielen ab auf die Entwicklung von MITGEFÜHL (情), als dem zentralen Aspekt des Buddhismus in all seinen Erscheinungsformen, sowohl der Künstler als auch des Publikums und verbinden beide durch die SENTEN.ZEN zu einer Einheit.

Der im HAIKU.THEATER wichtigste und hintergründigste Begriff ist die ZEIT, hier verkörpert durch das japanische Kanji 合間 (Aima), was Zwischenzeit, Intervall, Pause, Muße bedeutet. Für Freunde des tibetischen Buddhismus dürfte hier spontan der Begriff des BARDO erscheinen. Die unmittelbare Verbindung zum Kunstbegriff SENTEN.ZEN ist offenkundig. Damit ist klar, dass die eigentlichen Nicht-Handlungen im HAIKU.THEATER in Zwischenzeiten auch des Publikums stattfinden bzw. diesem Intervalle des Innehaltens schenken, um die eigene Welt neu ordnen zu können.

Alles in Allem schenkt das HAIKU.THEATER allen Beteiligten die Möglichkeit, den Montagepunkt ihrer Realität zu erkennen, diesen neu zu justieren und dabei geschmeidig und flexibel zu halten, um auf scheinbar übliche Wertungsdualismen wie richtig & falsch, gut & schlecht zu verzichten, denn Leben ist weder richtig noch falsch, sondern ist einfach.

Geborgenheit,
       Gelassenheit,
              Gelegenheit.

SENTEN.ZEN

Nichts ist kein Krieg

Wenn der Krieger, sich in Demut verneigend, das Schwert in der Scheide verbirgt, herrscht Stille.

Die Kunst des Schwertverbergens (不刀), chin.: BÙ DĀO, kein Schwert; jap.: FU KATANA, Schweigen; ermöglicht als zentrale Übung im HAIKU.THEATER tiefgreifende Änderungen in Sicht und Verhalten, da es hierbei nicht um bestimmte Arten des Tuns geht, sondern im Gegenteil um radikales Nichttun – ohne Absicht, Ziel oder Ergebnis im als herkömmlich verstandenen Sinne. Dass die Kunst des Schwertverbergens sich im Besonderen als Übung für leicht erregbare Gemüter eignet, ist eine willkommene Nebenwirkung. Was wir nicht tun, ist vielleicht wichtiger als alles, was wir tun, denn unsere Realität wird maßgeblich von Unterlassungen geprägt.

Vermessene Kunst

Vom Mönch, der auszog, die Unfähigkeit zur Vermessung des Meters erlernen zu wollen.

Die Naturwissenschaften müssen, wenn sie Wissenschaften der Natur aller Phänomene sein wollen, Möglichkeiten des Nachweises immaterieller Naturphänomene erdenken, um nicht (bloß) als Materiell-Wissenschaften und damit nicht als Naturwissenschaften gelten zu können. Der bloße Nachweis der Unfähigkeit der Naturwissenschaften zu Nachweisen immaterieller Naturphänomene kann ebenso wenig als Beweis für deren Nichtexistenz gelten wie ihre bloße Behauptung. Als Beispiel für die aktuelle Unfähigkeit der Materiell-Wissenschaften zum Nachweis immaterieller Naturphänomene mag die Kunst dienen: Kunst ist messbar nicht nachweisbar, aber ohne Zweifel existent. Sie ohne Nachweis als nicht existent bezeichnen zu wollen, endet in Absurdität. Bereits der Wille zur Messung erfordert ein immaterielles Konzept des Maßes … aller Dinge, während das Konzept der Genauigkeit die Bereitschaft zur Anerkenntnis einer Toleranz oder Unschärfe erfordert, ohne die jede Feststellung eines Maßes ohne jede Gültigkeit sein muss.

Mögest Du
in interessanten Zeiten
leben.

Trauerfotografie

… damit Erinnerung bleibt

Fotografische & filmische Begleitung von Aussegnungen, Beisetzungen und Trauerfeiern in Deutschland, Österreich & Schweiz.

Wenn Alles bleibt /
doch stetig sich wandelt /
können Geburt und Tod /
nicht Anfang noch Ende /
von Allem sein //

Warum Trauerfotografie?

Menschen leben durch Geschichten.
Geschichten sind Erinnerung.
Ich möchte Ihnen helfen,
eine Geschichte zu bewahren.

Die Dokumentation von Aussegnungen, Beisetzungen und Trauerfeiern hilft Angehörigen bei der Trauerarbeit und Erinnerung an ihre Liebsten.

Es ist absolut verständlich, dass man im Moment der leider notwendigen administrativen Arbeiten im Falle des Versterbens eines Angehörigen alles andere zu tun hat, als an eine feinfühlige Dokumentation des Abschieds zu denken, aber gerade deshalb können Sie sich vorher Gedanken darüber machen und überlegen, in welcher Weise Sie die Erinnerung an einen lieben Menschen bewahren möchten.

Mein Angebot an Sterbende & Angehörige sind einfühlsame Dokumentationen der Trauerfeier sowie der Beisetzung und auf Wunsch auch gern die Begleitung der letzten Lebensphase, um mit meiner künstlerischen Arbeit bleibende Erinnerungen an diejenigen zu schaffen, die nicht vergessen werden wollen & sollen.

»In den Spitzhornbergen glaubt man, dass niemand wirklich tot ist, bis sich die von ihm erzeugten ›Wellen‹ in der Welt glätten: bis die von ihm aufgezogene Uhr nicht mehr tickt, der von ihr angesetzte Wein die Gärung vollendet hat, bis das gemeinsam gesäte Korn geerntet ist. Die Lebensspanne, so heißt es, ist nur ein zentraler Abschnitt der Existenz.« Terry Pratchett, Alles Sense

Mein Anliegen ist ein Beitrag zu einer Erneuerung der Trauer- und Erinnerungskultur. Warum reden wir z.B. von Sternenkindern, wenn ein Kind während oder kurz nach der Geburt gegangen ist, aber bisher nie von Sterneneltern oder Sternengeschwistern, die uns in den meisten wichtigen Stunden unseres Lebens begleitet haben?

Ich möchte mit meiner Arbeit der Trauerfotografie dazu beitragen, das Thema Sterben, Trauern & Abschied und vor allem das Erinnern in ein angemessenes Licht zu rücken, damit die Hinterbliebenen auch dadurch erkennen können, dass der Tod zum Leben gehört und ihm mindestens dieselbe Aufmerksamkeit gebührt, wie allen anderen Dingen, auf die wir uns in der Regel genau vorbereiten wollen, um einen gewissen Einfluss darauf zu haben.

Woher wissen Sie, ob ich eine gute Arbeit mache?

Dass ich hier keine Beispielfotos oder -filme veröffentliche, versteht sich von selbst. Damit Sie jedoch einen Eindruck von meiner Arbeit als Kunstfotograf bekommen, empfehle ich Ihnen, meine thematisch ähnliche Ausstellung LEBENSLINIEN aus dem Jahre 2019 auf sich wirken zu lassen.

Lebenslinien

Viele der für diese Ausstellung LEBENSLINIEN porträtierten Menschen sind bereits verstorben – und ihre direkten Angehörigen sind heute froh, bleibende Erinnerungen an ihre Liebsten zu haben. Die bei einigen der Zugehörigen vorhandene anfängliche Skepsis über die Fotografien von alten Menschen ist der Einsicht gewichen, dass auf diese Weise bleibende und schöne Erinnerungen an deren letzte Lebenszeit erhalten bleiben.

Trauerfotografie als Trauerarbeit

Trauer und hier speziell die Trauerfotografie sind sehr private und für manche Menschen auch heikle Themen. Immerhin betrifft es einen Zeitpunkt im Leben der meisten einem Verstorbenen nahestehenden Hinterbliebenen, dessen Anlass in der Tat wenig mit Freude zu tun hat und an den man nicht unbedingt täglich erinnert werden möchte. Nichtsdestotrotz wollen sich die meisten Hinterbliebenen gern und mit Freude an ihre Verstorbenen erinnern. Für diese bleibenden Erinnerungen stelle ich meine Arbeit zu Ihrer Verfügung.

»Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.« Honoré de Balzac

Zu einer guten Trauerarbeit gehören ohne Zweifel bleibende Erinnerungen. An diesem Punkt setzt meine Arbeit an. Ich versuche, Ihnen die dazugehörende handwerkliche und künstlerische Arbeit für die bildhaften Erinnerungen abzunehmen, damit Sie sich ganz auf den emotionalen Abschied von Ihren Liebsten konzentrieren können.

Weiterhin kann man, so seltsam es für manchen klingen mag, auch den Moment unmittelbar nach dem Sterben als Erinnerung festhalten. Diese sehr spezielle Art der Erinnerung hilft immens bei der Trauer um einen geliebten Menschen – vor allem, wenn es um jemanden geht, dessen Zeit eigentlich noch nicht gekommen ist. Glauben Sie mir, auch Fotos von Sterbenden und Verstorbenen können schön sein, sofern der Fotograf dafür einen Blick hat.

Das Ergebnis meiner Dokumentation sollen für Sie nachhaltige Erinnerungen in Form von schönen Fotos – und auf Wunsch auch Filmen und/oder Texten – während der letzten Lebensphase, der Beisetzung sowie der Trauerfeier sein. Diese werden Ihnen einerseits in digitaler Form überreicht und andererseits, auf Wunsch, in einem schönen von Ihnen ausgewählten Fotoalbum auf herkömmliche Weise.

Als seit über 30 Jahren praktizierender Buddhist sind die Themen Geburt, Leben, Freude, Krankheit, Alter & Tod meine ständigen Lehrer & Begleiter. Interessanterweise haben wir in der heutigen Zeit verlernt, gerade das Sterben und den Tod als zum Leben zugehörig verstehen zu wollen. Das ist erstaunlich, da es sich doch um die einzig wirkliche Gewissheit im Leben eines jeden handelt.

»Von allen Arten von Blumen, sucht überall nach Lehren, wie ein Reh, das einen ruhigen Platz zum grasen findet. Sucht Abgeschiedenheit, um alles zu verdauen, was ihr gesammelt habt.« Chögyal Namkhai Norbu Rinpoche

Ein guter Moment zur Entscheidung

Immer wieder erlebe ich, dass an bleibende Erinnerungen erst im Nachhinein gedacht wird. Das ist einerseits verständlich, da vor und nach dem Ableben eines Menschen dringend andere Dinge zu erledigen sind. Andererseits wird auch immer wieder die Anregung begrüßt, bereits vor dem Ableben eines geliebten Menschen für bleibende Erinnerungen zu sorgen und sich bereits zu dessen Lebzeiten zu entscheiden, schöne Fotos oder auch kleine Filme für seine Liebsten anfertigen zu lassen. Wann diese Zeit vorher ist, entscheiden Sie.

Sie entscheiden, welchen Zeitraum im Leben Ihrer Angehörigen oder auch in Ihrem Leben Sie mit ihnen gemeinsam dokumentiert haben möchten, und Sie entscheiden, wann ein guter Moment ist, über diese Fragen nachzudenken. Einen wirklich guten Moment zur Entscheidung erkennen Sie daran, dass Sie zu dieser nicht durch den Zwang der Ereignisse gedrängt werden, sondern in Ruhe über ihren Inhalt, Sinn und Zweck nachdenken können.

Dazu sollte bedacht werden, dass an Trauerfeiern und Beisetzungen oft nahe Verwandte oder Freunde aus unterschiedlichen Gründen nicht teilnehmen können. Gerade hier empfiehlt es sich, die entsprechenden Zeremonien zu dokumentieren, um auch diesen Nahestehenden die Möglichkeit eines nahen Abschieds zu ermöglichen.

Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit Ihrem eigenen Tod oder dem von Verwandten, für die Sie diese Entscheidungen treffen wollen oder müssen, können im Voraus bedacht und geplant werden werden. Und ebenso, wie man sich vorher Gedanken um die Art der Bestattung, der Gestaltung der Trauerfeier oder ähnlicher Zeremonien machen kann, empfehle ich, vorher in Ruhe zu überlegen, ob die Trauerarbeit aller Beteiligten durch eine einfühlsame Dokumentation unterstützt werden soll.

Bewahret einander vor Herzeleid, kurz ist die Zeit, die ihr beisammen seid. Denn ob auch viele Jahre euch vereinen, einst werden wie Minuten sie euch scheinen.

Fotos kann doch jeder machen?

Warum nun ausgerechnet speziell einen Trauerfotografen engagieren? Sicher kann man technisch einerseits jeden Fotografen mit einer solchen Arbeit beauftragen. Andererseits kann man auch Bekannte oder Verwandte bitten, ein paar Fotos zu machen. Wie bei vielem liegt der Unterschied zum einen in den für herkömmliche Fotografie außergewöhnlichen Anforderungen einer solchen Dokumentation und zum anderen in der Neutralität des damit Beauftragten. Bedenken Sie bitte, dass ein trauernder Teilnehmer an einer Trauerfeier und Beisetzung nicht unbedingt den Kopf frei hat, um den Abschied von Verwandten oder Freunden neutral zu dokumentieren. Stellen Sie sich einfach die Frage, ob es wirklich im Sinne eines guten Abschieds ist, einen Zugehörigen im Grunde von der Trauerfeier und Beisetzung auszuschließen, indem man ihm als Verwandten oder Freund des Verstorbenen die unangemessene Aufgabe eines neutralen Betrachters überträgt.

Auf eine gewisse Weise können Sie eine solche Dokumentation durchaus mit der einer Hochzeitsfeier vergleichen, indem Sie sich fragen, ob Sie für die Dokumentation einer Hochzeit auch einen teilnehmenden Verwandten beauftragen wollen oder die Sache lieber einem Berufsfotografen übertragen wollen? Der Unterschied ist in beiden Fällen offenkundig: der Berufsfotograf hat als außenstehender Betrachter einfach mehr Möglichkeiten zu einer umfassenden Dokumentation. Bedenken Sie bitte weiterhin, dass es sich hier in der Regel um einzigartige bzw. seltende Anlässe handelt, die man in jedem Fall nicht wiederholen kann, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt oder man später meint, das man doch noch das eine oder andere hätte bedenken können.

In meinem Fall hat meine langjährige Tätigkeit als Fotograf und Sterbe- und Trauerbegleiter mich um viele Erfahrungen im Umgang mit diesem doch sensiblen Thema bereichert, welche mir erlauben, den ganzen Prozess des Sterbens und Trauerns angemessen zu berücksichtigen und in eindrückliche bewegte und statische Bilder zu übersetzen. Das garantiert einen angemessenen und sensiblen Umgang mit dem Thema und den Zugehörigen.

Wichtig ist hier zu wissen, dass ich nicht mit einer umfangreichen Film- & Fotoausrüstung daherkomme, sondern das Equipement auf das jeweils Nötige beschränke, weshalb ich eher unauffällig arbeiten kann.

Preise

Bevor Sie sich Gedanken über Preise machen, insbesondere für einen Film, möchte ich Ihnen eine kurze Recherche zur aufschlussreichen Frage:

»Was kostet ein professionelles Video?«

ans Herz legen. Sie werden schnell wissen, dass die Vergütung meiner speziellen Arbeit keinesfalls ein Discounterschnäppchen ist, aber im Vergleich und in Bezug auf private Auftraggeber absolut moderat und im Hinblick auf den erforderlichen Zeitaufwand im Sinne des Wortes preiswert und dazu noch bezahlbar.

Alle Preise für Aufträge werden nach Ihren Wünschen und dem dafür erforderlichen Aufwand sowie möglichen Zusatzleistungen kalkuliert und vorab vereinbart. In besonderen Fällen behalte ich mir vor, Leistungen pro bono abzurechnen. Als Richtline müssen Sie für eine filmische Begleitung einer Trauerfeier bzw. Beisetzung von ca. einer Stunde Länge mit einem Honorar von – derzeit – mindestens 1.500,00€ rechnen und bei Fotos empfiehlt sich die Berechnungsgrundlage von 10,00€ pro abgeliefertem Foto, wobei zu beachten ist, dass für ein fertiges Foto ca. 4-5 Aufnahmen gemacht, gesichtet, bearbeitet und ausgewählt werden müssen, was den o.a. Preis relativiert.

Der hauptsächliche Aufwand besteht immer in der Zeit, die für eine sorgfältige Aufnahme, Sichtung, Auswahl und Bearbeitung des Rohmaterials erforderlich ist. Als Beispiel muss ein Film jeder Länge in der Regel zehn mal sehr konzentriert – Szene für Szene – angeschaut und geprüft werden, bevor er freigegeben werden kann. Der entsprechende Zeitrahmen bei einem Film von einer Stunde Gesamtlänge liegt da durchaus bei zwanzig Stunden und auch mehr. Und da gerade Filme während der Überprüfung nicht einfach vor- und zurückgespult werden können, muss in der Regel immer der vollständige Film in seinem Zusammenhang geprüft werden. Gleiches gilt für Fotos. Ein Foto ist schnell gemacht. Ein gutes Foto muss erarbeitet werden.

Sie sehen also, dass die reine Aufnahmezeit während einer Beisetzung und Trauerfeier keine belastbare Aussage über den zu vergütenden zeitlichen Aufwand an sich zulässt.

Auch zu bedenken wäre, dass gerade die Dokumentation von Beisetzungen und Trauerfeiern für mich als Mensch und Künstler nicht etwas ist, was ich jederzeit und ohne Emotionen einfach mal so abarbeiten kann, weshalb ich die dafür zur Verfügung stehende Lebenszeit auch begrenze, jede Auftragsanfrage sorgfältig prüfe und im Ergebnis nicht jeder Bitte um eine solche Dokumentation nachkommen kann und möchte.

Für alle Preise ist zusätzlich eine gesetzlich festgelegte Umsatzsteuer von 19% zu entrichten. Bei gleichzeitiger Aufnahme von Film & Foto biete ich bei einer hohen Anzahl von fertigen Fotos gern einen zu verhandelnden Nachlass an. Selbstverständlich können wir in einem angemessenen Rahmen immer über den Preis reden, sofern Sie aus anderen Gründen als bloßer Ersparnis die für diese Arbeit erforderlichen Preise nicht zahlen können. Bedenken Sie bitte, dass professionelle Individualleistungen – vor allem in diesem speziellen Bereich – nicht mit Serienfertigungen oder Leistungen von Laien vergleichbar sind. Fällige Fahrten zwischen Betriebsstätte und Leistungsort werden grundsätzlich mit 0,40€ pro Kilometer berechnet.

Gute Arbeit entsteht nicht von allein, sondern ihre Grundlage ist jahrelange Erfahrung, menschliches Einfühlungsvermögen und jede Menge Lebenszeit, die auch nicht dann doppelt gelebt werden kann, wenn sie in Ansätzen und – in der Regel nicht zu üppig – bezahlt wird. Auch ich lebe nur einmal und wir müssen unabhängig vom Preis auch für die Zeit der Fertigstellung Ihrer Dokumenation zusammenarbeiten und zusammenpassen.

Meine Arbeit als Trauerfotograf ist für mich kein Geschäft, sondern ein auf meiner Erfahrung als Mensch und Künstler beruhendes spezielles Angebot zu Ihrer persönlichen Begleitung in einer schweren Zeit, um Ihnen zu ermöglichen, sich jederzeit an bleibenden Erinnerungen an einen geliebten Menschen zu erfreuen.

Arbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für einen Film von ca. einer Stunde Länge beträgt mit Vorbereitung & Aufnahme in der Regel einen Arbeitstag und für die Bearbeitung durchnittlich eine Woche, während der Arbeitsaufwand für zwanzig Fotos als Mindestbestellmenge mit Vorbereitung, Aufnahme & Nachbereitung durchnittlich drei Arbeitstage beträgt. Je nach Aufwand ist auch zusätzliches Personal nötig.

Aufnahmen & Fertigstellung

Ich arbeite so unauffällig wie möglich im Hintergrund und mit natürlichem Licht & Ton. Je nach Wunsch können Sie Fotos sowohl als Dateien als auch als hochwertige Ausdrucke in jeder Größe und Anzahl auf so ziemlich jedem möglichen Material erhalten. Filme stehen ebenfalls als Datei und/oder DVD zur Verfügung. Es hat sich als praktikabel erwiesen, die Tonspur eines Films von z.B. einer Aussegnung oder Trauerfeier zusätzlich separat als CD zu erstellen. Weiterhin biete ich an, Ihnen ein schönes Fotoalbum anzufertigen, dessen Bilder Sie selbst beschriften können. Ihre Wünsche sind die Ausgangsbasis für meine künstlerische Arbeit. Je genauer die Absprachen vorher sind, umso besser das Ergebnis.

Presse

Bericht der Allgäuer Zeitung vom 14. April 2022
Bericht der Allgäuer Zeitung vom 14. April 2022

Lassen Sie uns reden

All diese Informationen können jedoch ein persönliches Gespräch nicht ersetzen, denn Ihr Vertrauen zu meiner Person und Arbeit ist ebenso ausschlaggebend, wie mein Vertrauen zu Ihnen als möglichem Auftraggeber. Wir müssen uns in die Augen schauen können in einer Phase Ihres Lebens, die nicht spurlos an uns vorbeigehen wird..

»Versuchen wir, das Beste eines jeden Menschen zu erkennen, den anderen im bestmöglichen Licht zu sehen. Diese Einstellung erzeugt sofort ein Gefühl der Nähe, eine Art Geneigtheit, eine Verbindung.« Dalai Lama

Haben Sie keine Scheu, mich zu jeder einigermaßen normalen Zeit anzurufen oder mir eine E-Mail mit Ihren Fragen zu senden. Ich werde mich zeitnah bei Ihnen melden. Eine solcher Kontakt verpflichtet Sie zu nichts. Ich werde Ihnen zuhören und Ihre Fragen so gut ich kann beantworten.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen aus dem wunderschönen Allgäu,
Ihr Ingmar Vetter

Ingmar Vetter

Kontakt

Ingmar Vetter
Lindenstraße 15, D 87600 Kaufbeuren
++49/(0)8341/972 92 50
++49/(0)176/34 34 86 74
hallo@trauerfoto24.de
USt-ID: DE326358504

Trauerkunst

Weitere künstlerische Leistungen …

Trauerskulpturen

Auf Wunsch fertige ich auch Trauerskulpturen in unterschiedlichen Größen nach dem folgenden Entwurf an:

In Christo

Eine solche Trauerskulptur kann direkt als angemessen große Grabskulptur entworfen oder auch als kleinere Skulptur mit einer Namensplakette zur Einnerung versehen und in Ihrem Garten aufgestellt werden.

Der jeweilige Preis richtet sich nach Größe, Material & Aufwand.

Trauermusik

Weiterhin kann ich Ihnen die folgenden drei von mir komponierten Minimalklassikstücke als behutsame Hintergrundmusik für Trauerfeiern anbieten.

Unvisible Music

Meine Musik auf Bandcamp

Putin go home!

Kunstarchiv

Das Archiv gemeinsamer Werke meiner Frau und mir in Übersicht.

Bavarinale

Übersicht über die BAVARINALE, einer jährlich geplanten Kunstausstellung im und über den bairischen Sprachraum.

Texte

… und schreiben tut er auch machen …

Systemkritik

Warum Deutschland eine Demokratie werden muss.

NEUZEIT

Handbuch für die Zukunft. Demokratiewerkzeuge für eine soziale Gesellschaft.

VITALGELD

Das Vitalgeld als Multiwährungssystem zur Berücksichtigung unterschiedlicher Funktionen des Konzeptes Geld als Tauschmittel für Eigentumswerte.

EINE ANDERE GESCHICHTE DER ZEIT

Unvollkommene Hypothesen über die Zeit und den ganzen Rest.

Let's Talk About Zeitreisen

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Geht es Dir auch so, dass ausgerechnet am Morgen, wenn Du noch schläfst, die halbe Welt von Dir total wichtige Dinge wissen will, obwohl Du eigentlich nur Deinen Kaffee trinken und Deine Ruhe haben willst? Das ist jetzt alles vorbei, Baby Blue. Teile der Welt ohne ein Wort mit, dass Du einfach nur Deine verdammte Ruhe haben willst.

Do you also feel that in the morning, when you are still asleep, half the world wants to know totally important things from you, although you actually just want to drink your coffee and have your peace? That's all over now, Baby Blue. Tell the world without a word that you just want to have your damn peace.

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